Vom Burgfräulein zum Punk

Frisuren im Wandel der Zeit



Wissenswertes und Kurioses zum
Friseurhandwerk




Burgfräulein mit Hörnerhaube
In der Zeit der Gotik verfügte die Kirche, daß jede verheiratete Frau ihr Haar unter einer Haube zu verbergen hatte. Daher rührt die noch heute gebräuchliche Redewendung: "Unter die Haube kommen".


Das Bild rechts zeigt ein Burgfräulein
mit Hörnerhaube




Italienische Kurtisane der Renaissance um 1450



Das Bild links zeigt eine italienische
Kurtisane der Renaissance um 1450








Die Bezeichnung "tizianrot" für kupferrotes Haar geht auf den italienischen Renaissance-Maler Tizian zurück, der die Damen seiner Zeit fast ausschließlich mit dieser Haarfarbe malte.


Fontangefrisur
Die Modefrisur des Spätbarock soll durch eine "Notfrisur" entstanden sein. Als die Geliebte Ludwigs XIV., die Herzogin von Fontange, auf einem Jagdausflug mit ihrem Haar in einem Ast hängenblieb und ihre Frisur zerzauste, griff sie zu ihrem Strumpfband, um ihr Haar zu bändigen. Der König war von der Idee begeistert, und so entwickelte sich die Frisur "à la Fontange" (siehe rechts).












niedrige Puderfrisur des Frührokoko
Legros, der Hoffriseur von Madame Pompadour, eröffnete 1763 in Paris die erste "Akademie für Damenfriseure". Er starb auf tragische Weise. Bei der Vermählung Ludwigs XVI. mit Marie Antoinette wurde er von der aufgewühlten Masse zu Tode gequetscht.



Das Bild rechts zeigt eine niedrige Puderfrisur des Frührokoko








Das Rokoko war die Blütezeit für das Friseurhandwerk. Ein Chronist schrieb: "Nicht Ludwig XIV., XV. oder XVI. waren die Herrscher in Frankreich, nein, die Friseure, die großen Meister, waren die wirklichen Könige. Allen voran Meister Léonard Autier, der Friseur der Königin."

La Frégate
Die Schiffsfrisur "La Frégate" (siehe links) fertigte der Friseur Léonard Autier auf Wunsch der Königin Marie Antoinette, die damit das siegreiche französiche Kriegsschiff "La belle poule" (Das schöne Huhn) ehren wollte.

Marie Antoinette liebte ihren Friseur Autier. Er war auf jeder noch so kurzen Reise ihr Begleiter. So wollte sie ihn auch während der Französischen Revolution mit ins Exil nach England nehmen. Doch Autier verspätete sich. Marie Antoinette ließ ihren Kutscher warten, wobei sie von aufmerksamen Bürgern erkannt und mit ihrer Familie eingekerkert wurde. Die Königin starb am 16.10.1793 durch die Guillotine.













Frisur á la Lamballe
Auch über die Rosenkranzfrisur der Prinzessin Lamballe (siehe rechts) gibt es eine kleine Geschichte. Die Prinzessin soll in ihrer breiten Frisur regelmäßig Briefe zu ihrer Freundin Marie Antoinette ins Gefängnis geschmuggelt haben. Durch den prüfenden Bajonettstich eines Wachsoldaten in die Frisur wurde sie als Botin enttarnt.















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