Vom Burgfräulein zum Punk

Frisuren im Wandel der Zeit



Meilensteine des Friseurhandwerks




Neuzeitliches Aderlassgerät und Schröpfköpfe
Im 13. Jahrhundert begann die Aufspaltung des Baderberufes in Bader und Barbiere. Sie galten zunächst als unehrenhaft, und ihre Zünfte wurden erst auf dem Reichstag zu Augsburg im Jahre 1548 für ehrenhaft erklärt.



Das Bild rechts zeigt ein neuzeitliches
Aderlaßgerät und Schröpfköpfe








Es gab erste ausschließliche Friseure und Perückenmacher, die 1656 in Paris eine Perückenmacherinnung gründeten. Als im Spätbarock die Allongeperücke von Ludwig XIV. zur Staatsperücke erhoben wurde, legte der französische König damit den Grundstein für die bis zum Ende des Rokoko andauernde Blütezeit für Friseure und Perückenmacher. In der Zeit des Rokoko waren die Friseure hoch angesehen. Sie wurden besser bezahlt als Minister. Im Jahre 1763 eröffnete Hoffriseur Legros in Paris die erste "Akademie für Damenfriseure". Die Glanzzeit des Friseurberufs endete mit der Französischen Revolution.

Die folgenden Bilder zeigen eine höfische Szene des Hochrokoko:
höfische Szene höfische Szene

Als Vorläufer der späteren Meisterprüfungen erfolgte im Jahre 1845 in Deutschland die Einführung eines Befähigungsnachweises zur "Haltung" von Lehrlingen.

Ondulationsfrisur
Um 1870 wurde das schon einige Jahrzehnte früher entdeckte Wasserstoffperoxid erstmals mit Salmiakgeist zum Bleichen der Haare verwendet. Marcel Grateau entwickelte 1872 die Ondulation, die bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts angewandt wurde.



Das Bild links zeigt eine Ondulationsfrisur um 1900









1897 erfolgte die Gründung von Handwerkskammern, sowie die Einführung der Gesellen- und Meisterprüfungen in Deutschland.

Dauerwellgerät um 1935
Eine revolutionäre Erfindung gelang Karl Nessler im Jahre 1906: die Dauerwelle. Anfangs wurden die Haare spiralförmig stehend aufgewickelt und mit bis zu 900g schweren Bolzen beheizt. 1924 führte Joseph Mayer die heute übliche Flachwicklung ein.




Das Bild rechts zeigt ein Dauerwellgerät um 1935








Während des 1. Weltkrieges entstand der Beruf der Friseurin. Bis dahin war dieses Handwerk eine Männerdomäne.

Heisswellgerät um 1950
1933 kamen die ersten seifenfreien Haarwaschmittel auf und begannen, die Seife zu verdrängen. 1947 wurde die Kaltdauerwelle auf dem deutschen Markt eingeführt. Sie machte die Heizbolzen überflüssig und die Prozedur der Dauerwelle angenehmer. Dennoch wurden die Heißwellen bis in die 60er Jahre angewandt.




Das Bild links zeigt ein Heisswellgerät um 1950




1949 wurde die handgelegte Wasserwelle von der Lockwelle des Friseurmeisters Georg Kramer verdrängt.

1950 bot die Firma Wella mit Koleston die erste Cremehaarfarbe in Tuben an und revolutionierte damit den Farbmarkt.

Gegen Ende der 60er Jahre gab es die ersten Fönfrisuren.

Zu Beginn der 70er entwickelte der Engländer Vidal Sasson eine revolutionäre Haarschneidetechnik: den Systemformhaarschnitt. Diese Technik ist bis heute Grundlage der handwerklichen und künstlerischen Arbeit der Friseure.

In den folgenden Jahren gab es immer wieder neue Ideen, Techniken, Produkte und Geräte, die den Friseurberuf veränderten und zu dem interessanten und abwechlungsreichen Beruf machten, der er heute ist. Sicherlich werden wir auch in Zukunft findigen Friseuren weitere Neuerungen zu verdanken haben.




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